16.02.2320:00 UhrFilmclub zeigt: Mittagsstunde

16.02.23
20:00 Uhr
Filmclub zeigt: Mittagsstunde

Ingwer, 47 Jahre alt und Dozent an der Kieler Uni, fragt sich schon länger, wo eigentlich sein Platz im Leben sein könnte. Als seine „Olen“ nicht mehr allein klarkommen, beschließt er, dem Leben in der Stadt den Rücken zuzukehren, um in seinem Heimatdorf Brinkebüll im nordfriesischen Nirgendwo ein Sabbatical zu verbringen. Doch den Ort seiner Kindheit erkennt er kaum wieder: auf den Straßen kaum Menschen, denn das Zusammenleben findet woanders statt, keine Dorfschule, kein Tante-Emma-Laden, keine alte Kastanie auf dem Dorfplatz, keine Störche, auf den Feldern wächst nur noch Mais, aus gewundenen Landstraßen wurden begradigte Schnellstraßen. Als wäre eine ganze Welt versunken. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Knicks und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und seine Eltern mit dem Gasthof sitzen ließ? Wann verschwand die Mittagsruhe mit all ihren Herrlichkeiten und Heimlichkeiten? Sönke Feddersen, de Ole, hält immer noch stur hinter seinem Tresen im alten Dorfkrug die Stellung, während Ella, seine Frau, mehr und mehr ihren Verstand verliert. Beide lassen Ingwer spüren, dass er sich schon viel zu lange nicht um sie gekümmert hat. Und nur in kleinen Schritten erkennt er, dass er noch längst nicht alle Geheimnisse entblättert hat.

Programmkino.de schreibt:

Ein Film über Familie, Heimat und Zuhause. Im Mittelpunkt der Verfilmung des Bestsellers von Dörte Hansen steht das Dorf Brinkebüll in Nordfriesland. Ingwer Feddersen ist hier geboren und aufgewachsen, und nun, mit Ende 40, kehrt er aufs Land zurück, um seine Großeltern zu pflegen. Dabei begegnet er noch einmal seiner Kindheit. Lars Jessen hat einen sehr sehenswerten Film von beinahe zärtlicher Ruppigkeit geschaffen, mit dem großartigen Charly Hübner in der Hauptrolle: so knorrig, so schweigsam … und so liebenswert.

Für die Romanverfilmung des plattdeutschen Familiendramas gab es den Gilde-Filmpreis

Deutschland 2022
Regie: Lars Jessen
Drehbuch: Catharina Junk (nach dem gleichnamigen Roman von Dörte Hansen)
Darsteller: Charly Hübner, Peter Franke, Hildegard Schmahl, Rainer Bock, Gabriela Maria Schmeide, Gro Swantje Kohlhof, Lennard Conrad, Julika Jenkins, Nicki von Tempelhoff, Jan Georg Schütte
Musik: Jakob Ilja

Länge: 93 Minuten

Eintritt: 5€ / 3 €
Beginn 20:00 Uhr
Einlass 19:30 Uhr

16.03.202320:00 UhrFilmclub zeigt: Freibad

16.03.2023
20:00 Uhr
Filmclub zeigt: Freibad

Es ist Sommer und sehr heiß im einzigen Frauenfreibad Deutschlands. Dort badet Frau oben ohne, im Bikini, Badeanzug oder Burkini. Jede folgt dabei anderen Regeln. Das führt immer wieder zu Reibereien, die die überforderte Bademeisterin nicht so ganz im Griff hat. Als dann auch noch eine Gruppe komplett verhüllter Frauen das Frauenbad begeistert für sich entdeckt, fliegen buchstäblich die Fetzen: Wem gehört das Bad und wer bestimmt die Regeln? Wem gehört der weibliche Körper? Und wann ist denn überhaupt eine Frau eine Frau? Die Bademeisterin kündigt entnervt. Als dann aber als Nachfolge ausgerechnet ein Mann als Bademeister angestellt wird, eskaliert die Situation in unvorhersehbare Richtungen.

Einlass 19:30 Uhr // Beginn 20:00 Uhr // Eintritt 5€/3€

Programmkino.de schreibt:
Sie zählt zu den erfolgreichsten Regisseurinnen der Republik. Anno 1985 gelang Doris Dörrie mit „Männer“ der Durchbruch. Danach avancierte sie mit cleveren Komödien wie „Ich und er“ oder „Keiner liebt mich“ zum verlässlichen Liebling bei Publikum und Presse. Ihr Drama „Kirschblüten – Hanami“ verzauberte die Berlinale. Nun gibt Doris Dörrie die Bademeisterin im gesellschaftlichen Mikrokosmos. In ihrem „Freibad“, zu dem Männer keinen Zutritt haben, steigen mit den Temperaturen die Konflikte unter den Besucherinnen. Vorurteile, Rassismus, Eitelkeiten, Schönheitsideale sind Themen dieser ziemlich klugen und wunderbar vergnüglichen Culture-Clash-Komödie jenseits der ausgelatschen Genre-Wege. Mit erfrischender Leichtigkeit verbindet sich da vordergründiger Klamauk mit hintersinniger Nachdenklichkeit. Burka-Verbot? Body-Bashing? Altersängste? Da geht’s schon ganz schön ans Eingemachte. Und zwar mit Zwerchfell statt mit Zeigefinger. Ein Glücksfall fürs Publikum. Eines der besten Stücke jener erfolgreichsten Regisseurin der Republik.

D 2022
Regie: Doris Dörrie
Darsteller: Andrea Sawatzki, Maria Happel, Nilam Farooq, Lisa Wagner, Melodie Wakivuamina, Julia Jendroßek, Sabrina Amali, Nico Stank

Filmlänge: 102 Minuten
Webseite: https://www.constantin-film.de/kino/freibad/

20.04.202320:00 UhrFilmclub zeigt: She Said

20.04.2023
20:00 Uhr
Filmclub zeigt: She Said

Es ist und bleibt der größte Erfolg der #metoo-Bewegung: Den vielfachen Sexualstraftäter Harvey Weinstein zu entlarven und ins Gefängnis zu bringen. Wie es dazu kam zeichnet Maria Schrader in ihrem Hollywood-Debüt „She Said“ in Form eines Doku-Dramas nach, dass beflissen ist, alles richtig zu machen und vor allem dann ergreifend ist, wenn die zahlreichen Opfer Weinsteins ihre Geschichte erzählen.

Megan Twohey und Jodi Kantor brechen das große Schweigen in Hollywood: Sie entlarven Business-Meetings in Hotelzimmern als sexuelle Übergriffe und stoßen auf ein Netz aus Repression, Erpressung und Angst. Mit ihrer mutigen Recherche geben sie nicht nur den betroffenen Frauen ihre Stimme zurück, sondern stoßen eine weltweite Welle der Solidarität an.

She Said – Maria Schrader verfilmt die Arbeit der Journalistinnen, die Harvey Weinstein zu Fall brachten.

USA 2022
Regie: Maria Schrader
Buch: Rebecca Lenkiewicz nach dem Sachbuch von Jodie Kantor and Megan Twohey
Darsteller: Carey Mulligan, Zoe Kazan, Patricia Clarkson, Andre Braugher, Jennifer Ehle, Samanatha Morton, Ashley Judd
Länge: 135 Minuten

Eintritt: 5 € / 3 €