Dokumentation, Deutschland / Frankreich/ Italien 2018, Regie: Wim Wenders, Buch: Wim Wenders & David Rosier, Länge: 100 Minuten

Seit seiner Wahl zum Papst im Jahr 2013 hat sich Franziskus wie kaum ein anderes Kirchenoberhaupt der jüngeren Vergangenheit in aktuelle Diskurse eingemischt. Der Reformator versucht nicht nur, die Kirche nach innen zu erneuern, sondern auch die christlichen Werte wieder in der Welt zu verankern. Dafür reist Papst Franziskus rund um den Globus, trifft Menschen, besucht Krisengebiete und Regionen, die von Naturkatastrophen getroffen wurden, um das Leid der Betroffenen zu lindern. Begleitet wurde er dabei von Wim Wenders.

Der mehrfach preisgekrönte Filmemacher Wim Wenders hat Papst Franziskus nicht nur auf seinen Reisen begleitet. Für seine Dokumentation hat er den Papst auch zu mehreren Interviews getroffen. Das Kirchenoberhaupt sitzt dabei direkt der Kamera gegenüber und beantwortet Fragen, die ihm von Menschen aus aller Welt zugestellt wurden. Ganz egal, ob es sich dabei um Kinder oder Gefängnisinsassen handelt

Programmkino.de:Als cineastischer Biograf bekam Wim Wenders bereits drei Oscar-Nominierungen. Nach den Musikern vom „Buena Vista Social Club“, Tanz-Ikone „Pina“ Bausch sowie dem Fotografen Sebastião Salgado in „Salz der Erde“ folgt nun ein Porträt über Papst Franziskus. Präsentiert werden dessen politisch durchaus radikale Ansichten in Sachen Ökologie, sozialer Gerechtigkeit oder Konsumgesellschaft. Rigoros beklagt der Pontifex zudem die Vertuschung von sexuellem Missbrauch in seiner Kirche. Er fordert die Stärkung von Frauen und die Akzeptanz von Schwulen. Neben den Bildern der Papst-Reisen rund um die Welt überrascht Wenders vor allem mit einzigartig intimen Innenansichten: Mehrfach erhielt er Interview-Audienz im Vatikan. Wie in „Salz der Erde“ postiert er die Kamera dabei so raffiniert, dass der Befragte wie Auge in Auge mit dem Zuschauer wirkt. In Zeiten von zunehmendem Zynismus dürfte dieses Biopic über einen ebenso bescheidenen wie charismatischen Sinnstifter einen Nerv beim Publikum treffen. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn Wenders für diesen dokumentarischen Meilenstein nicht endlich die verdiente Oscar-Absolution erhielte!

Webseite: www.facebook.com/MannSeinesWortes.DE/

Eintritt: 4,00 €, ermäßigt 2,50 €